Medienmitteilung 28
19.01.2010

Bruno Risi steigt vom Rad. In Bremen fährt der Ausnahmeathlet sein letztes Sechstage-Rennen in Deutschland. Zum Abschied haben wir Menschen befragt, die den Sportler und Menschen Bruno Risi während seiner glanzvollen Karriere begleitet haben.


Frank Minder:
„Bruno war und ist einer der besten Fahrer, die ich in all den Jahren miterlebt habe. Mich hat besonders seine unglaubliche Physis beeindruckt: Der Mann ist nicht viel größer als ein Marmeladeneimer, aber mit der Kraft eines Elefanten unterwegs. Und er ist ein absolut liebenswerter, integrer und loyaler Mensch. Ein Vollprofi: Kurz gesagt: Bruno war immer mein Liebling."

Danny Stam:
„Bruno ist im Verlauf der Jahre ein guter Freund geworden und ich werde ihn vermissen. Wir haben viele Kämpfe ausgetragen auf der Bahn, aber wir hatten auch unheimlich viel Spaß zusammen. Das gehörte für Bruno immer dazu. Und er ist ein absolut ehrlicher und gradliniger Typ. Wenn es mal Probleme gab, dann hat er sie stets offen und direkt angesprochen."

Patrick Sercu:
„Ich kann im Moment nur sagen: Bruno ist nicht zu ersetzen. Aber ich erinnere mich noch daran, wie er angefangen hat. Er war Riesentalent, aber bei seinem ersten Profirennen in Gent hat er erstmal alles verkehrt gemacht, was man verkehrt machen kann. Er hat nur attackiert und lag zunächst auf dem letzten Platz. Der Sponsor von Risi war richtig sauer. Ich habe nur gesagt: Bleib ruhig, wir reden später noch mal. Bruno und Kurt Betschart steigerten sich und wurden Fünfte. Anschließend hat der Sponsor erklärt, dass er nur dabei bleibt, wenn Risi fährt."

Christian Stoll:
„Ich erzähle mal eine Geschichte, die zeigt, was für ein unglaublich feiner Mensch Bruno ist. Als ich dabei war, ein Rennen an der Ostseeküste aufzubauen, habe ich mich nicht getraut, den großen Bruno Risi zu fragen, ob er das mitfahren will. Ich dachte mir, die Gage kannst du sowieso nicht bezahlen. Dann kam Bruno irgendwann auf mich zu und fragte: Stolli, warum hast Du mich eigentlich nicht eingeladen? Ich habe ihm die Wahrheit gesagt. Bruno hat nur gesagt: Hey, ich fahre da nicht für Geld. Ich fahre da, um Dir zu helfen, das Rennen aufzubauen. Mach Dir keine Sorgen um die Gage - und seitdem war er dabei."

 

 

Alexander Donike (UCI-Kommissär):
„Bruno Risi war ein Glücksfall für das Sechstage-Geschäft, dass er mit seiner Persönlichkeit und seiner Klasse als Fahrer auch nach Außen deutlich geprägt hat. Für mich persönlich war es immer ein großes Vergnügen, ihn bei der Arbeit zu sehen. Ich habe Merckx, Hinault und andere Große des Radsports gesehen, aber Bruno war schon etwas Besonderes. Auch weil er sich immer durch große Fairness ausgezeichnet und Verantwortung für Andere übernommen hat."

Christian Bach:
„Mit Bruno verlässt einer der Besten aller Zeiten die Bahn. Ich bin froh, dass ich als Fahrer gemeinsam mit ihm Sechstagerennen fahren durfte. Er hat eine ungeheuer spektakuläre Fahrweise, es macht nach wie vor Spaß ihm zuzusehen, auch wenn es einem selbst als Rennfahrer richtig wehtut. Es wird nach seinem Abschied bestimmt nicht einfacher, die Zukunft der Sechstage-Rennen zu sichern, denn mit ihm geht ein echter Star der Szene."

Franz Höllinger, Chefkoch der Fahrerküche:
„Bruno ist ein ganz anständiger und liebenswerter Mensch. Er war immer gut drauf, sehr zuvorkommend und natürlich ein unglaublich toller Rennfahrer mit einer absolut seriösen und professionellen Einstellung."

Hans-Dieter Wilcken (Sponsor, Nehlsen):
„Bruno hat in meinen Augen immer ein unheimlicher Teamgeist ausgezeichnet. Er war die Lokomotive und das Aushängeschild für die Sechstagerennen, speziell auch für Bremen. Es wird sehr schwer, einen solchen charismatischen und leistungsstarken Fahrer gleichwertig zu ersetzen. Ich wünsche ihm, dass er im Leben nach dem aktiven Sport genau so viel Freude hat wie er es als Rennfahrer hatte."

Alexander Aeschbach:
„Bruno war ein 100-prozentiger Profi, ich würde sogar sagen, er war es zu 110 Prozent. Das sieht man an den Erfolgen. Aber ich, der jahrelang im Schatten von Bruno stand, bin ehrlich gesagt froh, dass er aufhört. Das sind keine Rachegefühle, aber in dem harten Profigeschäft ist sich nun mal Jeder selbst der Nächste. Als ich mich vor der WM 2003 verletzt habe und Bruno dann gemeinsam mit Franco Marvulli die Goldmedaille gewann, wusste ich, dass der Zug für mich zunächst abgefahren war. Nach Brunos Rücktritt hoffe ich nun, wieder gemeinsam mit Marvulli fahren zu können."

 

Datum: 22.04.2010 23:53:58 Uhr

# Team RR Punkte
1 Marvulli & Risi 0 419
(Team Nehlsen)
2 Keisse & Bartko 0 411
(Team swb)
3 Grasmann & Lampater 2 329
(Team Radio Bremen)
4 Stam & van Bon 2 254
(Team Albert Voigt)
5 Müller & Beikirch 6 107
(Team Weser Kurier)
6 Mohs & Barth 8 228
(Team BM Invest)
7 Aeschbach & Marguet 8 206
(Team dentaltrade)
8 Kolesnikow & Schmidt 18 99
(Team Nordwest-Ticket)
9 Donadio & Hacecky 19 134
(Team Paul Mitchell)
10 Madsen & Hester 20 134
(Team Visit Hannover)
11 Blaha & Hochmann 23 81
(Team Friebel)
12 Bach & Siedler 29 96
(Team Tylö-Sauna)
RR = Runden Rückstand

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Sparda-Bank Hannover eG-Preis

Datum: 19.01.2010 22:07:13 Uhr

# Team Punkte
1.  Mohs & Barth (Team BM Invest) 10
2.  Marvulli & Risi (Team Nehlsen) 6
3.  Aeschbach & Marguet (Team dentaltrade) 5
4.  Bach & Siedler (Team Tylö-Sauna) 4
5.  Keisse & Bartko (Team swb) 4
6.  Madsen & Hester (Team Visit Hannover) 2
7.  Grasmann & Lampater (Team Radio Bremen) 0
8.  Donadio & Hacecky (Team Paul Mitchell) 0
9.  Stam & van Bon (Team Albert Voigt) 0
10.  Blaha & Hochmann (Team Friebel) 0
11.  Kolesnikow & Schmidt (Team Nordwest-Ticket) 0
12.  Müller & Beikirch (Team Weser Kurier) 0
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