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| Iljo Keisse (li.), hier im Kampf mit Christian Bach, startet 2010 wieder in Bremen. |
Iljo Keisse war der schillernde Star auf den Sechstagebahnen, ehe er 2008 bei seinem Heimrennen in Gent positiv getestet wurde. Die Karriere des „Flandernpfeils" hing am seidenen Faden. Doch der Belgier wurde freigesprochen und startet nun bei der 46. Auflage des Bremer Sechstagerennens vom 14. bis 19. Januar 2010 wieder als einer der Favoriten.
„Ich freue mich auf Bremen, es ist eines meiner Lieblingsrennen. Aber ein richtiges Comeback ist es gar nicht. Ich war ja nie richtig weg und auch keinen Tag gesperrt", stellt Keisse klar. Der heute 27-Jährige war im Herbst 2008 in der A-Probe positiv auf den Appetitzügler Cathin sowie das Maskierungsmittel Hydrocholothiazid (HCT) getestet worden. Die B-Probe bestätigte das Ergebnis. Es sah nicht gut aus für den wohl besten Sechstagefahrer der Vorsaison. Keisse beteuerte seine Unschuld, kündigte jedoch gleichzeitig an, seine Karriere beenden zu wollen, sollte er tatsächlich gesperrt werden. „Wenn Du wegen Doping verurteilt wirst, hast Du es verdammt schwer. Dein guter Name ist befleckt und es ist fast unmöglich, einen Vertrag bei einem erstklassigen Team zu bekommen." Auch die Veranstalter der Sechstage-Rennen luden den unter Dopingverdacht stehenden Topfahrer aus. Das Verfahren zog sich über Monate hin, Iljo Keisse kämpfte, trainierte weiter als sei nichts geschehen - und hoffte. „Cathin dient dazu, Gewicht zu verlieren. Wozu sollte ich das nehmen? Ich bin doch kein Boxer oder Judoka", sagte der Radprofi. Zudem sei die nachgewiesene Menge so gering gewesen, dass sie keinerlei Wirkung gezeigt hätte.
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| Während einer Autogrammstunde bei Sponsor dodenhof, zeigte Iljo Kiesse seine Schnelligkeit auch auf dem Ergometer. |
Schließlich wurde er im November 2009 vom Sportgericht des belgischen Radsportverbandes freigesprochen. Die bewusste Einnahme verbotener Substanzen sei nicht nachzuweisen, so die Urteilsbegründung. Das in den Proben gefundene Cathin sei aller Voraussicht nach ein Abbauprodukt von Pseudo-Ephedrinen, enthalten im Erkältungsmittel Sinutab, das Keisse völlig legal eingenommen hatte. Außerdem steht Cathin erst ab 2010 auf der Dopingliste. Den Nachweis des HCT führte das Sportgericht auf die Verunreinigung eines Nahrungsergänzungsmittels zurück.
Heute sagt Iljo Keisse, Sieger des Bremer 6-Tage-Rennens 2008: „Ich habe so manchen Dopingfall mitbekommen und gedacht: Was für ein Idiot, noch einer der den Radsport kaputt macht. Aber ich wusste nie, was konkret passiert war." Inzwischen schaut er genauer hin und sagt: „Es ist natürlich richtig und wichtig, dass streng kontrolliert wird, und wenn ein Fahrer Cera oder Epo genommen hat, kann er sich wohl kaum noch hinstellen und seine Unschuld beteuern. Aber es gibt einige Fälle, bei denen die Profis Opfer der Kontrollen sind."
Nachdem ihm sein damaliges Team Topsport Vlaanderen nach der positiven Dopingprobe umgehend suspendiert hatte, hat der „Flandernpfeil" ab 2010 einen Vertrag beim ProTour-Team Quick Step unterschrieben. In der Bremen-Arena geht Keisse mit dem Routinier Danny Stam gemeinsam an den Start und kann sich durchaus Chancen auf den Sieg ausrechnen. „Ich bin mir nicht ganz sicher, wie die Fans in Bremen reagieren", sagt Keisse, „aber selbst wenn ich am Anfang nicht so warm empfangen werde, werde ich auf der Bahn alles geben. Ich hoffe, dass die Zuschauer mich dann wieder unterstützen."










